ÜBER MICH

Ulrike Ehrenberg, geb. 1966 in Stuttgart

 

 

Unfraglich ist fast jedes Werk der Künstlerin Ulrike Ehrenberg dem Menschen gewidmet. Obgleich sie sich zahlreichen Medien bedient, finden meist Personen ihr Abbild.   Sie treten manchmal einzeln oder in Paaren, aber zumeist in Gruppen oder gar Massen auf. Es lohnt sich, näher an die vibrierenden Flächen heranzutreten, um die Vielfalt der einzelnen Figuren zu entdecken. Doch nicht nur die mannigfachen Größen, Formen und Farben, in denen sie auftreten, erzeugen ein Abbild unserer facettenreichen Welt.. Faszinierend ist insbesondere ihr Interaktion unter- und miteinander, ihre aussagekräftigen Gesichtsausdrücke - teilweise mit nur einer Linie gemalt. Dabei verweigert es Ehrenberg meist, ihren Arbeiten Titel zu geben. Bei der Interpretation ihrer Werke sollen Betrachter*innen frei im Entwickeln eigener Gedanken sein.   Ronja Electra Ehrenberg, Kunstwissenschaftlerin

 

 "Mein Interesse gilt dem Individuum und dessen Integration in der Masse. Die knallbunten, kräftigen Figuren und die - in manchen Bildern unzähligen, verschiedenen Gesichter spiegeln das positive Potential wieder, das jeder in sich trägt und das - wie ich finde - grundlegend verbunden ist mit dem Recht auf persönlicher Freiheit.

Aber auch die transformierende Kraft und Energie des Kollektivs kommt zum Ausdruck, die wiederum nur durch die gelebte und respektierte Individualität des Einzelnen entstehen und wirken kann..."   Ulrike Ehrenberg

 

Nach vielen Jahren in der Documentastadt Kassel lebe und arbeite ich seit 2012 in meiner alten Heimat, im süddeutschen Raum bei Stuttgart.

Seit 2014 arbeite ich unter anderem als freie Dozentin an der Kunstschule Labyrinth/Kunstzentrum Karlskaserne in Ludwigsburg.

 

 

 

Einbeinige Frauen zum Gruß

Von Martin Ganzkow

 

Derneburg. Eine ausgestreckte Hand hält einen nicht mehr ganz so frischen Blumenstrauß. Die bunten Blumenköpfe bestehen aus gelangweilt dreinblickenden Frauenköpfen und die Stiele ähneln langen Frauenbeinen. Einbeinige Frauen zum Gruß, das ist das Eingangsbild zu der Ausstellung von Ulrike Ehrenberg im Glashaus.

 Die Künstlerin aus Kassel zeigt flächige plakative Malerei, bei der der Mensch und Menschenmassen im Mittelpunkt stehen. Ihre Bilder sind mit einfacher und schwungvoller Geste gemalt, voll von hintergründigem Humor. Die Gegenstände werden menschlich und lebendig, wie der Frauen-Blumenstrauss oder die aufsteigenden Luftballons aus fröhlichen Gesichtern.

 

Es geht lustig zu

 

Auch wenn sich Mensch und Mensch ganz nahe kommen, geht es lustig zu. Zwei große Profile von Mann und Frau mit weit aufgerissenen Augen sind sich bis auf die Nasenspitze auf die Pelle gerückt. Was angesichts dieser Dramatik zu einem klassischen Ehedrama ausufern könnte, wird von der Künstlerin durch die massenhafte Anwesenheit von kleinen Gestalten in den Köpfen der Protagonisten konterkariert. Die Haare der Frau bestehen aus dicht gedrängten Frauenköpfen ebenso der Bart des Mannes. In den Mündern der beiden tummeln sich weitere respektlose Figuren. Mit solchen Gestalten Im Hirn ist ein seriöser Streit nur schwer möglich: zu viele reden mit, und der persönliche Standpunkt hat nur noch wenig Bedeutung.

Auf vielen Bildern von Ulrike Ehrenberg wird deutlich: Ulrike Ehrenberg liebt die Massen und die Integration des Individuums in der Masse. Da scheint sie gute Erfahrungen in der Raver-Szene gemacht zu haben, in der sich Ulrike Ehrenberg in Südamerika und New York bewegt hat. Auf einem Trytichon schiebt sich eine unübersehbare Masse von Menschen durch einen engen Kanal, doch alle wirken fröhlich und entspannt. Die Frage einer einzelnen Frau in der Sprechblase "Where do we go?" gereicht zur großen Heiterkeit angesichts einer Situation, in der man keine andere Wahl hat, als dahinzugehen, wo alle hingehen.

Außerdem durchzieht ein alles verbindendes Element fast alle Bilder: ein organisch runder, mit konzentrischen Kreisen versehener Gegenstand, der von langarmigen Händen weitergereicht wird. Keiner, aber auch keiner versucht, diesen heilig wirkenden Gegenstand zu halten oder an sich zu reißen. Er gehört niemandem und allen zugleich und wird damit zum Symbol der Gemeinsamkeit und des Friedens. Da möchte man auch mal gerne anfassen...

 

Aktuelle und kommende Ausstellungen finden Sie unter AKTUELLES!

 

 

Vergangene Ausstellungen (Auswahl)

 

 

"Over the line", Novy Jicin, Tschechien

"women in the bastion", Novy Jicin, Tschechien

"une annèe pour la Paix", Montbèliard

Kulturscheune Fritzlar - Großformate und Objekte

Landratsamt Ludwigsburg - Gruppenausstellung

Benefizversteigerung, Frauen helfen Frauen e.V. -  Großformate, Objekte, Textilkunst, Rathaus Stuttgart

 

"HOMO DIGITALIS", KOHI-Kulturraum, Karlsruhe - eine fotodokumentarische Gemeinschaftsarbeit

des Stahlbildhauers Stephan Diez und Ulrike Ehrenberg

 

Zeitsprung II, Kulturscheune Fritzlar

"on some days I´ve to cool down my brain" - Ludwigsburg, Eiskeller, FrauFrei und Stephan Diez

"Who is afraid of a friendly capitalism?" Jim Avignon and friends, Galerie Loyal, Kassel

Kunstmeile 2012, Kommödie, Kassel

"you are part of 7 billion", Trafo, Kassel

"FrauFrei im Glashaus" , Derneburg 

"Hand in Hand in Heaven", Johanniskirche, Kassel

UPK-Kunstpreis, Kassel

"feel free to be", Dr.Schmidt, Kassel

"FrauFrei`s Salon", Atelierrundgang, Vorderer Westen, Kass

d:gallery, Eröffnungsausstellung, Kassel

"International Networking Women", Weltfrauenkonferenz, Caracas, Venezuela

"KünstlerInnen für Vielfalt", Albert-Schweitzer-Haus, Wien

Artists for Freedom, Lennestadt

Artists for Freedom, Bensberg

"Kunst in der Kiste", Eschwege

"FrauFrei`s Salon", Kassel

"Zeitsprung-24Stunden", Kulturscheune, Fritzlar

Korbach, Kunstnacht

Mühlhausen, Thüringen, "Kunst in der Kiste"

Fritzlar, Scala-Variet

"want to give you something", Altes Amtsgericht, Homberg